dschickarchivUnheimliches Kontemplationsbild – 27.12.2009
Nichts ist unheimlicher, als unheimlichen Menschen über die Schulter zu schauen.
'Tim Burton' im MoMA – 26.12.2009

Tim Burton. (American, b. 1958)
Untitled (The World of Stainboy). 2000.
Pen and ink, watercolor wash and colored pencil on paper
Overall: 9 x 12" (22.9 x 30.5 cm).
Private collection.
© 2009 Tim Burton

Tim Burton. (American, b. 1958)
Untitled (Black Cauldron). 1983.
Pen and ink, marker, and watercolor wash on paper
11 x 15" (27.9 x 38.1 cm).
Private Collection.
© 2009 Tim Burton

Tim Burton. (American, b. 1958)
Untitled (Ramone). 1980-1990.
Pen and ink, marker and colored pencil on paper
Overall: 11 x 9" (27.9 x 22.9 cm).
Private collection.
© 2009 Tim Burton

Tim Burton. (American, b. 1958)
Untitled (Romeo and Juliet). 1981–1984.
Pen and ink, marker, and colored pencil on paper, 12 x 16" (30.5 x 40.6 cm).
Private Collection.
© 2009 Tim Burton

Tim Burton. (American, b. 1958)
Untitled (Edward Scissorhands). 1990.
Pen and ink, and pencil on paper, 14 1/4 x 9" (36.2 x 22.9 cm).
Private Collection.
Edward Scissorhands © Twentieth Century Fox
© 2009 Tim Burton
MoMA is located in midtown Manhattan, New York City, at 11 West Fifty-third Street, between Fifth and Sixth avenues.
| Sunday | 10:30 a.m.–5:30 p.m. |
| Monday | 10:30 a.m.–5:30 p.m. |
| Tuesday | closed (except December 29) |
| Wednesday | 10:30 a.m.–5:30 p.m. |
| Thursday | 10:30 a.m.–5:30 p.m. (Open until 8:45 p.m. on the first Thursday of each month |
Wer noch etwas Weihnachtsgeld übrig hat, kann sich den MoMa-Katalog zur Ausstellung kaufen, wer noch etwas mehr Weihnachtsgeld übrig hat, das wunderbare Buch The Art of Tim Burton und wer noch eine Menge Weihnachtsgeld übrig hat, die signierte Ausgabe mit beigelegter, ebenfalls hand- signierter Lithografie...
Unheimliche Papstattentäter – 25.12.2009
Immer sind es "offensichtlich geistig verwirrte" oder zumindest "psychisch labile" Personen, die an hohen kirchlichen Feiertagen auf die Päpste losgehen – das popige 'Pax vobis' scheint genau wie das 'Urbi et orbi' Verrückte zum Äußersten zu treiben. Oder wird man verrückt, WEIL man einen Papst attackiert? Schließlich legt man sich da face to face mit Gott(es Stellvertreter auf Erden) an! Bin Laden bezeichnet niemand als geistesgestört, sein Problem liegt 'vor dem Gesetz', ist die falsche Religion. "Wir sind Papst" ist glücklicherweise am heiligen Leibe unversehrt geblieben, symbolisch aber ist der Anschlag geglückt: "Benedikt verlor bei dem Angriff seine Mitra und seinen Bischofsstab", berichtet Focus. Kardinal Roger Etchegaray brach sich in den Wirren der Attacke den Schenkel und wir wissen, was das für einen 87-Jährigen bedeutet. In der Weihnachtspredigt Benedikts ging es übrigens um das fehlende Interesse der Menschen, Gott zu be- gegnen. Die offensichtlich geistig verwirrte Frau trifft dieser Vorwurf nicht. Eigenen Angaben zufolge wollte sie den Papst umarmen, also Kuscheln mit Gott: SIE WILL NUR SPIELEN, VERRÜCKT! Passend für eine unheimliche Gestalt (siehe 'Wenn die Gondeln Trauer tragen', 'The Village'), wählte die Papstverehrerin für den größten Auftritt ihres Lebens ein rotes Gewand mit Kapuze.

Uncannily Merry Christmas – 24.12.2009




(c) timburton.com
Tim-Burton-Weihnachtsgruß auf facebook verschicken
Unheimliches Star-Sterben – 23.12.2009
Was ist eigentlich in Hollywood los? Die Stars sterben neuerdings wieder reihenweise mit Anfang 30. Todesursache septischer Schock nach erster Botoxspritze? Oder Tod als ultimative Anti- Aging-Kur?

Brittany Murphy †, Foto: Rob & Jules
(von mir bearbeitet: C. F.), Quelle: Wikipedia
Unheimliches Wimmelbild I – 23.11.2009

Quelle: titoville.com
Leseempfehlung – E. T. A. Hoffmann 'Der goldene Topf' – 29.11.09

Foto: alxpin, von mir bearbeitet: C. F., Quelle: iStockphoto
E. T. A. Hoffmann: 'Der goldene Topf' (1819)
Filmempfehlung – Tod Brownings 'Dracula' – 28.11.2009

Tod Browning: 'Dracula', USA 1931
[Film mit englischen Zwischentiteln in voller Länge]
Roboter – 'Pain Girl' – 27.11.2009


Jesus kann ich besser als Jesus, Foto: Oscar Rohena,
von mir bearbeitet, C. F., Quelle: Wikipedia
Unheimliche Paare – Oskar und 'Alma' – 25.11.2009

Die Alma-Puppe mit ihrer Macherin
*
Unheimliche Haustiere II – Axolotl – 24.11.2009
Als ich vor einigen
Wochen das erste Mal ein Bild von einem Axolotl sah, war ich bezaubert: eine
wahr gewordene Kindchenschema-Pokemon-Fantasie, cuter than life, das niedlichste Tier überhaupt – mein zukünftiges Haustier? "Der Axolotl (Ambystoma
mexicanum) ist ein nachtaktiver mexikanischer Schwanzlurch aus der Familie der
Querzahnmolche (Ambystomatidae), der gewöhnlich nur in neotener,
larvenähnlicher Form auftritt. Sein Name stammt aus der aztekischen Sprache
Nahuatl, nämlich von Atl (Wasser) und Xolotl (Aztekengott). Dies bedeutet in
etwa Wasserspiel oder Wassermonster oder Wasserpuppe" (Quelle: Wikipedia). Doch je länger ich mich
mit dem Axolotl beschäftigte, desto mulmiger wurde es mir – Wie war das? – Ein ephebenhaftes Wesen, das durch einen genetischen Systemfehler (angeborene
Schilddrüsenunterfunktion) für immer Kind bleibt... Ganz aus war es, als ich
ein Foto von künstlich erwachsen gemachten Axolotln, so genannten ‚Landgängern’
fand. – Eine versehentlich ins Wasser geworfene Thyroxintablette oder ein Angehöriger on medication spuckt in einem hybriden Moment ins Aquarium ... und am nächsten Morgen geht ES an Land. Seither versuche ich beim Einschlafen nicht an Axolotln zu denken – so süß
sie auch aussehen.
Lebendig begraben – 'Locked In' – 23.11.2009
Charlotte Perkins-Gilman: 'The Yellow Wallpaper' – 22.11.2009
Unbedingt lesen: The Yellow Wallpaper von 1899 ist die erste feministische Gothic Tale, die bis heute nichts von ihrer Unheimlichkeit eingebüßt hat. Für alle, die noch nicht wissen, wie es ist, zum Interieur zu gehören. – Ich liebe die letzen beiden Sätze!
Charlotte Perkins-Gilman: Die gelbe Tapete, Wien (edition selene), 2005, ISBN-10: 3852662702, ISBN-13: 9783852662701

Lars von Trier: 'Riget' ('Geister') – 21.11.2009

Ringethospital Kopenhagen, Foto: Henrik Jessen, Quelle: Wikipedia
Die DVD ist unter anderem bei Amazon erhältlich, ASIN: B000RG1G3M. Bitte immer über bildungsspender.de zu amazon.de gehen, dann wird ein Teil des Ver- kaufspreises automatisch an eine Bildungseinrichtung Ihrer Wahl gespendet. dasunheimliche.com spendet an die Freie Integrative Montessorischule Pankow.
Ikonen des Unheimlichen: Schneewittchen – 20.11.2009

Medienerzählungen des Unheimlichen – Tschernobyl – 19.11.2009

Als Soundtrack zu 'Tschernobyl' kann der Kraftwerk-Song 'Radioactivity' 1986, also 11 Jahre nach Veröffentlichung seinen Uncanny Radius entscheidend erweitern.

is in the air for you and me.

Homo homini lupus trioculus
Unheimliche Haustiere I – Katze – 18.11.2009
Aufgrund ihres dämonischen Images als Hexenbegleiter und Teufelszöglinge wurden Katzen im westeuropäischen Mittelalter gnadenlos verfolgt, sie wurden Inquisitionsprozessen unterzogen, gefoltert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Gottesfürchtigen graute es angeblich unwillkür- lich vor ihnen und Tierliebe galt im Falle der Katzen als Gotteslästerung. In Belgien warf man Katzen von Kirchturm herab, in Flandern wurden Katzenjagden veranstaltet, in Deutschland schnitt man Katzen die Ohren ab und in Frankreich mauerte man beim Kirchbau gerne eine schwarze Katze ins Fundament ein, um dann mit dem Gotteshaus symbolisch Satan und das Böse unter sich zu begra- ben. So sind sicher ein paar Ratten mit Pestflöhen mehr am Leben geblieben... Selbst schuld.

Klonkatze CC
Wahre Spukgeschichten – Natascha Kampusch – 17.11.2009
Die
unheimlichsten Geschichten erzählen im 21. Jahrhundert die Medien. (Die
klassischen künstle-rischen Darstellungen des Unheimlichen hingegen
haben sich, wenn man an ihner Idee festhalten möchte, aufs unheimliche
Darstellen verlegt.) Eine der unheimlichsten Geschichten der letzten Jahre, die von der Öffentlichkeit begierig aufgesogen wurde – das erste TV-Interview erreichte in Österreich eine Einschaltquote von 80 Prozent –, erzählt von 'Natascha Kampusch':„Man sieht nichts, man hört nichts, man hört nur das eigene Blut
rauschen.“ Natascha
Kampusch wurde als Zehnjährige auf dem Schulweg
entführt und von Nachrichtentechniker (!) Wolfgang Priklopil – für
Sprachempfindliche oszilliert der Name schaurig-schön zwischen 'prick'
und 'pädophil' – im Keller seines Hauses gefangen gehalten.
"Laut Aussage des Leiters des österreichischen Bundeskriminalamts war sie in einer Montagegrube unter der Garage eines Einfamilienhauses versteckt. Diese war mit einer schalldichten Tresortür verschlossen. Der kleine, fensterlose Raum war 181 Zentimeter breit und vom 50 × 50 Zentimeter großen Eingang an der Schmalseite aus betrachtet linksseitig 278 Zentimeter lang und rechts-seitig 246 Zentimeter lang. Auf der linken Seite stand kurz hinter dem Eingang ein Hochbett, darunter blieb eine 157 Zentimeter hohe Fläche frei; insgesamt war der Raum 237 Zentimeter hoch. Auf der dem Bett gegenüberliegenden Seite stand ein kleiner Schreibtisch, darüber ein kleiner Fernseher. Der Rest dieser Wand war mit Regalen ausgestattet. In der Ecke rechts neben dem Eingang befanden sich ein WC und eine Edelstahlspüle mit zwei Becken als Waschgelegenheit. Der Eingang zu dem Versteck war so gut getarnt, dass er auch bei einer Hausdurchsuchung wahrscheinlich nicht gefunden worden wäre, so die Ermittler." (Quelle: Wikipedia)

Nach 3.096 Tagen in Gefangenschaft, das sind achteinhalb Jahre, konnte Natascha Kampusch am
23. August 2006 aus dem Hause ihres Peinigers
fliehen, der sich daraufhin das Leben nahm. Bisher gilt Priklopil
als alleiniger Täter, Gerüchte über mögliche Mittäter halten sich aber hartnäckig. Natascha Kampusch hat sich nicht wie die Familie aus
Amstetten unter Ausschluss der Öffentlichkeit in psychologische
Behandlung begeben, um die Traumata zu bearbeiten, sondern ist bewusst
an die Öffentlichkeit getreten: Sie erscheint häufig in Talkshows,
hatte sogar für kurze Zeit eine eigene Sendung, 'Natascha Kampusch trifft', und präsentiert sich auf einer Webseite namens 'Nataschas Welt'
(was sie in den Kontext von Werbe- und Imagemaschinen wie Verona
Feldbusch-Pooth stellt, die eine Sendung namens 'Veronas Welt' hatte).
Kampusch erklärt: "Warum sollte ich als Verbrechensopfer, als Mensch, dem man
schon so viel genommen hat, warum sollte ich kleinbeigeben und die
Flucht ergreifen?". Sie bleibe in Österreich und werde das Leben leben,
"das ich gelebt hätte, wenn mir das alles nicht passiert wäre." (in einem ORF-Interview) Nach eigenen Angaben fällt es Kampusch aber weiterhin
schwer, ein normales Leben zu führen, da sie andauernd mit "Verrückten"
konfrontiert sei und auch von "einfachen Leuten auf der Straße"
(Kampusch) angefeindet werde. Kampuschs Versuch, wenigstens jetzt
ein selbstbestimmtes
Leben zu führen und ihr Image aktiv mitzugestalten ist ein ebenso
verständlicher wie naiver Versuch, denn durch ihre Selbstinszenierung
als öffentliche Person hat sie sich in ein neues, taghell erleuchtetes
Kellergefängnis eingeschlossen: mit unendlich vielen
Priklopil-Doppelgängern, die über ihr Bild verfügen. Gesellschaft und Öffentlichkeit sehen sich zum Verwechseln ähnlich.
Ikonen des Unheimlichen – Bernadette Soubirous – 16.11.2009
Religiöse Menschen sehen die Welt mit anderen Augen, ihre wahrnehmungsbestimmenden Vorurteile unterscheiden sich und sie von Personen, die sich ihrer Selbsteinschätzung nach wahlweise eher auf ihren Kopf (Verstand), ihren Bauch (Gefühl) oder neuerdings gern auf einen Mix aus beiden verlassen. Manche Forscher vertreten die Annahme, dass Gläubige überhaupt keinen Sinn für das Unheimliche haben, weil ihnen selbst übernatürliche Phänomene wie ganz normale Wunder erscheinen: Gott ist wunderbar. Glaubt man nicht an Gott beziehungsweise versucht sich mal für einen Augenblick aus der Perspektive unserer westlichen, christlich geprägten Kultur herauszuversetzen, dann verwandelt sich Jesus vor unseren Augen in ein Gespenst und Lazarus tritt uns als Zombie entgegen. Die Bibel? Eine Gothic Novel... Unsere katholische Lieblings-Gothic-Ikone ist neben Pater Pio (man achte auf die Augen!) Bernadette Soubirous, die kränkliche Müllerstochter aus Lourdes, der mehrfach die Jungfrau Maria/Mutter Gottes erschienen ist. Es ist uns ein unheimliches Vergnügen, das Leben der Bernadette durch alle Phasen, Genres und Medien hindurch zu verfolgen, denn: She has it all!
Heiliges Schneewittchen

Heilige Geisterfotografie
M. Night Shyamalans: 'The Village' – 15.11.2009

This color is forbidden. It attracts THEM.
Ueda Akinari: 'Ugetsu monogatari' – 14.11.2009
Unbedingt lesen – deutscher Titel: 'Unter dem Regenmond' – wunderschöne japanische Gothic Tales aus dem 18. Jahrhundert, erzählt im 'alten Ton'. Es gibt verschiedene deutsche Ausgaben, u. a. von dtv und Klett, die man relativ häufig in Antiquariaten finden kann.

Unheimliche Immobilien – Haus am Highgate Cemetery – 13.11.2009
Ein Juwel auf dem Immobilienmarkt: das Haus am Londoner Highgate Cemetery. Dass
nichts unheimlicher ist als die Moderne mit ihren
Opfer-Täter-Binäroppositionen ist hinlänglich bekannt. Was aber
erwartet einen dann bitte in einem 'ultramodernen' Haus
(Maklerbeschreibung), das mitten in einen Friedhof hinein gebaut wurde,
– o. k., eigentlich liegt es am Rand, aber die Grabsteine stehen so
dicht an der Terrasse, dass man seine Teetasse auf ihnen abstellen kann.Will hier jemand Gespenster heraufbeschwören? Hat der Bauherr nie 'Poltergeist' gesehen? Nein, das ist ungerecht, denn hier wird nicht auf, sondern neben Gräbern gebaut.

http://search.knightfrank.com/ham070271
2008 hat Richard Elliott,
der Bauherr und ehemalige Bewohner, den Vertretern der
hochinteres- sierten Designpresse noch gerne seine hübsche, leicht
unheimliche Geschichte zum hübschen, leicht unheimlichen Haus erzählt,
wie er den ganzen Highgate-Friedhof nach dem Grab seines Großvaters
abgesucht habe, um es dann, er hatte bereits resigniert – gruselig,
gruselig – direkt vor seinem gerade gekauften, noch nicht
über-/umgebauten Haus zu entdecken. Was ist danach passiert? Hat Richard das Fürchten gelernt? Sich auf der Terrasse zum Midnight Tea mit dem Großvater getroffen? Die Begründung für den Verkauf – Finanzprobleme – klingt fadenscheinig. Wer selbst mal eine Nacht oder ein Leben lang auf dem Friedhof schlafen möchte, kann das heimelig-unheimliche Heim für 4.950.000 englische Pfund erwerben. Dafür liegt man dann auch in der Nähe von Karl Marx und kann sich von diesseits und jenseits des Grabes über die Finanzkrise unterhalten.
Nachbarbebauung, Quelle: Wikipedia
Unheimliche Organisationen – Hellfire Club – 12.11.2009

William Hogarths Darstellung seines scheinheiligen 'Abtes'
Ihre deftigen schwarzen Messen feierten Abt Dashwood und seine Brüder mit aufgeschlossenen Nonnen in einer ehemaligen Abtei, die sie sich stimmungsvoll neogotisch umbauen hatten lassen: Medmenham an der Themse. Unter den 12 Gründungsmitgliedern war auch William Hogarth. Benjamin Franklin hat es wohl ebenfalls mal im Höllenfeuer krachen lassen – allerdings ohne ein festes Clubmitglied zu sein. Das Motto des Clubs ‚Fay ce que vouldras / Tu was du willst’ stammt von François Rabelais und hat später auch Aleister Crowley noch gut in den okkulten Kram gepasst. John Galliano hat sich eigenem Bekunden nach von den Höllenbrüdern für seine Fall/Winter-09-Kollektion inspirieren lassen (Piraten waren wohl auch im Spiel, das verraten andere als das unten gezeigte Outfit). Also ist gerade jetzt draußen auf der Straße Hellfire Club Season: Tu was du willst!

Unheimliche Organisationen – Hellfire Club – 11.11.2009
Für alle Gründer oder Betreiber von Großfamilien alttestamentarischen Ausmaßes sei hier warnend ein Element des transsylvanischen Volksaberglaubens angeführt:Jeder 7. Sohn eines 7. Sohnes ist dazu verflucht, ein Vampir zu werden. Ausweg: Über Mädchen wird nichts gesagt.

Philip Burne-Jones: Vampire, 1897
Unheimlich reisen – Wien – 10.11.2009

Edvard Munch: 'Vampir', 1893, Öl auf Leinwand, 77 x 98 cm, Munch-museet, Oslo
© The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/VBK, Wien 2009

Edvard Munch: 'Madonna', 1895, Lithographie mit Fettkreide und Tusche auf Papier,
60,5 x 44 cm, Munch-museet, Oslo, © The Munch Museum/The Munch Ellingsen Group/
VBK, Wien 2009
Neben den ikonischen Bildern Munchs werden Werke von Zeitgenossen wie Kubin und Ensor,
aber auch von Vorläufern wie Piranesi und Goya gezeigt.

Cuno Amiet: Die Hoffnung – Die Vergänglichkeit, 1902,
Tempera auf Karton und Sperrholz, 87 x 110,5 cm, Kunstmuseum Olten
Leopold Museum
Museumsplatz 1, 1070 Wien
U2 MuseumsQuartier
U2, U3 Volkstheater
Täglich außer Dienstag 10 - 18 Uhr
Donnerstag 10 - 21 Uhr
Dienstag geschlossen
leopoldmuseum.at
Lebendig begraben – Die Mauer – 9.11.2009

Quelle: Wikipedia, Foto: Thierry Noir (von mir bearbeitet: C. F.)
Filmempfehlung – 'Der Dybbuk' – 8.11.2009

Szene aus 'Der Dybbuk'
Totentanz-Szene aus 'Der Dybbuk'
Die DVD ist unter anderem bei Amazon erhältlich, ASIN: Booo67HP9G. Bitte immer über bildungsspender.de zu amazon.de gehen, dann wird ein Teil des Ver- kaufspreises automatisch an eine Bildungseinrichtung Ihrer Wahl gespendet. dasunheimliche.com spendet an die Freie Integrative Montessorischule Pankow.
Leseempfehlung – Algernon Blackwood: 'The Willows' – 7.11.2009
(c) maou-maou
Ikonen des Unheimlichen – Vampira – 6.11.2009
Die gebürtige Finnin Maila Nurmi, in jungen Jahren Model(Pin-up?)freundin Marilyn Monroes, in späten Jahren angeblicher Todesengel von James Dean, merkte schnell, dass ein außergewöhnliches Image der Schlüssel zum Hollywooderfolg sein kann und legte sich eines der markantesten Images der Filmgeschichte zu: die des sexy-untoten Vamp-Vampirs Vampira – gebildet nach einem Pre-Addams-Family-Cartoon von Charles Addams. Das sexy-morbide Untoten-Image verkörperte Maila so wahrhaftig, dass es ihr nicht nur diverse Morbidrollen sowie das Begehren von Marlon Brando, James Dean und Orson Welles, sondern auch mehrere Anschläge auf den vermeintlich satanischen Sanduhr-Leib und das über- bzw. widernatürliche Leben einbrachte. Anders als ihre Nachmacherin Elvira scheffelte Vampira keine Millionen mit Licensing: “I give epitaphs, not autographs." (Vampira). Dafür bewies sie bis zuletzt untote Grandezza als hohe Dame des †odschicks.

Vampira in Ed Woods 'Plan 9 from Outer Space’, Quelle: Wikipedia
Ikonen des Unheimlichen – Sarah Bernhardt – 5.11.2009

Und jetzt die Nachmacher!!! Hotelbett, Schlafsarck, Bett für Klaustromorbide. Übrigens schliefen
und schlafen weit weniger Gothics in Särgen als weithin angenommen. Angehörige der Szene, sofern sie Geschmack haben, richten sich im viktorianischen Stil, dark shabby chique, ein. Und über die anderen wird in diesem Blog nicht gesprochen.
†odschick – Amokmode – 4.11.2009
Kein Kleidungsstück für junge Männer erfreut sich größerer Unheimlichkeit als der lange schwarze Mantel, idealerweise in Leder (Lack ist 'Matrix', alles andere nicht Fetisch genug). Einerseits eine Art ikonografisches Archiv dämonischer Mächte – Vampire ... Wehrmacht/SS/Gestapo (deren Mäntel in Wirklichkeit dunkelgrün waren), andererseits so etwas wie eine textile Morddrohung: Seht her, ich könnte morgen schon oder jetzt gleich das was ich beim Ego-Shooter-Spielen gelernt habe, in die Tat umsetzen. Der Junge im schwarzen Ledermantel, der mit festem Schritt durch die Fußgängerzone stürmt, laute Metal-Musik im Ohr, die Augen abgewandt, trägt offen zur Schau, was sonst unsichtbar bleibt: das hinter den Fassaden bürgerlicher Verdrängung lauernde mörderische Potential der lieben Nachbarn, Mitschüler, Menschen ––– solange er es dabei belässt, ist das living uncanny art.

Foto: creativecommons.org,
von mir bearbeitet: C. F.
Unheimliche Videos – Anna-Nicoles Puppe – 3.11.2009

Quelle: Wikipedia
Memento-mori-Accessoires – Tödlein – 2.11.2009
Ein 'Tödlein' ist eine kleine Memento-mori-Figur zum Mitnehmen, death to go, pocket death. Den kleinen Tod steckt man in die Tasche, damit einen der große Tod nicht irgendwann komplett unvorbereitet einsackt. Je nach Geldbeutel kann man sich im Internet ein Nightmare-Before-Christmas-Tödlein bestellen oder in ein Unikat von Künstlerhand investieren. Das schönste Tödlein hat Herr Ludwig in seiner Sammlung, das niedlichste habe ich (s. o.).
Zeitgenössisches Tödlein mit einer Puppe von Little Miss Luzifer,
Sammlung Frohmann, Foto: Christiane Frohmann
Filmempfehlung – Edward Scissorhands – 1.11.2009
Tim-Burton-Fan, Foto: Christiane Frohmann
Happy Halloween – 31.10.2009

Nesferitu, (c) maou-maou
Scheiden tut weh – Lebensnaher Schmuck – 30.10.2009

Divorce Flower Ring,(c) www.giseleganne.com
'unheimlich' vs. 'Horror'/'Ekel' – 29.10.2009
Eine unheimliche Geschichte mit Ekel-Ende und ein unheimlicher Film, der in einmer Szene in blanken Horror umschlägt. Das Unheimliche hat aufgehört, wo Horror und Ekel begonnen haben.



Ikonen des †odschicks – Skeleton Dress – 28.10.2009

Elsa Schiapirellis 12 Modegebote für Frauen
1. Since most women do not know themselves they should try to do so.
2. A woman who buys an expensive dress and changes it, often with disastrous result,
is extravagant and foolish.
3. Most women (and men) are color-blind. They should ask for suggestions.
4. Remember-twenty percent of women have inferiority complexes.
Seventy percent have illusions.
5. Ninety percent are afraid of being conspicuous, and of what people will say.
So they buy a gray suit. They should dare to be different.
6. Women should listen and ask for competent criticism and advice.
7. They should choose their clothes alone or in the company of a man.
8. They should never shop with another woman, who sometimes consciously or
unconsciously, is apt to be jealous.
9. She should buy little and only of the best or cheapest.
10. Never fit a dress to the body, but train the body to fit the dress.
11. A woman should buy mostly in one place where she is known and respected,
and not rush around trying every new fad.
12. And she should pay her bills.
Dampfdirnen – Der satanische Glanz des Messings – 27.10.2009
Goth ist dir zu düster, Silber zu kalt, Schwarz zu schwarz und du stehst mehr auf Jules Verne als auf Lord Byron, – super, hier ist die passende Subkultur für dich: Steampunk! Viktoria-nisieren kann man nämlich nicht nur morbid-melancholisch, sondern auch techno-arty-nerdy. Zum Einstimmen auf deinen neuen Lifestyle kannst du gleich zu Halloween Jake von Slatts 'Microwave Motor Flying Crank Ghost’ basteln. (Von Slatt ist der Hans Dampf in allen Gassen dieser medienaffinen Szene!) Und glücklicherweise muss man sich heute ja nicht mehr damit abmühen, subkulturell herausragende Outfits zusammenzuschustern, schließlich gibt es im Internet für jeden das passende Shoppingcenter. Den Trödlern muss Steampunk wie ein Sechser im Lotto vorkommen, schließlich war Messing jahrzehntelang der absolute Ladenhüter, sozusagen das Bordeaux unter den Interieurmaterialien.

Viktorianisierter Laptop, (c) Jake von Slatt
†odschick im Alter – auah – 26.10.2009

Zu alt für den viktorianischen Gothic-Look
Cultural Clash – Il gothico mediterraneo – 25.10.2009
Verkannte Gothic-Ikone: Sophia Loren,
Quelle: Wikipedia
Filmempfehlung – 'Night of The Hunter' – 24.10.2009
H-A-T-E

'Night of the Hunter': Natur = lieb, Mensch = böse
Quelle: Wikipedia, Foto: Jozef Fiala
Leseempfehlung – Don DeLillo: 'White Noise' – 23.10.2009

"It's about fear, death, and technology.
A comedy, of course." (DonDeLillo)
Don DeLillo: White Noise, New York (Viking) 1985
Don DeLillo: Weißes Rauschen, Köln (Kiepenheuer und Witsch) 1987
Tod und Tabu – F. W. Murnau – 22.10.2009


F. W. Murnau, Quelle: Wikipedia
'Psychedelic Scare and Groovy Ghouls' – 21.10.2009

Quelle: Wikipedia, Foto: Shealah Craighead, von mir bearbeitet: C. F.
Krallen zeigen – Gothic Schmuck von Pamela Love – 20.10.2009
Krallen ... haben wilde Tiere und Bestien in Menschengestalt wie Hexen, Vampire und Sekretärinnen, die mit ihrem Chef schlafen. Wer Krallen hat, möchte verletzen (Hexe, Vampir, Sekretärin) oder zumindest nicht arbeiten (Hexe, Vampir, Sekretärin). Krallen sind unpraktisch und unmütterlich, kurz: unbürgerlich. Wer den †odschicken Appeal der Krallen schätzt, lange Fingernägel aber nicht, die/der kann guten Gewissens zur Fremdkralle greifen und sich diese zum Beispiel um den Hals hängen, in besonders glamouröser Ausführung aktuell zu finden bei der Londoner Schmuckdesignerin Pamela Love. Für einen kurzen Augenblick wird die Kralle tatsächlich noch als Abgrenzungszeichen für die Düstererfühlenden taugen – 'Schwarz' und 'Totenkopf' sind ja bereits aufgeraucht –, nach der nächsten H&M-Zwischenkollektion, spätestens im Herbst 2010 werden dann aber †odsicher ALLE ihre Krallen zeigen.
Lagen des Unheimlichen – Uncanny Valley – 19.10.2009

Japanischer Mandy-Raver-Android
Quelle: Wikipedia, Foto: Gnsin,
von mir bearbeitet: C. F.
Weird Girl from Uncanny Valley
Ikonen des Unheimlichen – Vlad Draculea – 18.10.2009
Der historische Woiwode (Fürst) Vlad III. der Walachei, Beiname 'Ţepeş' ('Pfähler') und 'Drăculea' ('Sohn des Teufels'), der unbestritten Zehntausende von Menschen auf jede erdenkliche wie unvorstellbare Weise foltern und umbringen ließ bzw. dies auch gern selbst erledigte, war in seiner maßlosen Grausamkeit keine Ausnahme, sondern ein repräsentativer spätmittelalterlicher Herrscher. Den ikonischen Status als Teufel in Menschengestalt, dämonischer Pfähler und Dracula-Blaupause verdankt er weit weniger seinen Greueltaten, sondern deren wirtschafts-, gesellschafts und glaubenspolitisch motivierter Einbettung in düstere Legenden. Im 19. Jahrhundert wird dann mit veränderten ideologischen Prämissen aus dem Pfähler der zu Pfählende, d. i. das zu besiegende Unheimliche imperialistischer Bürgerlichkeit.

Fürst Draculea mit Pfahlschnauzer
Dandyvampir europäischen Typs
("ooooooh Beeeeeeelaaaa")
Tod Browning: 'Freaks' – 17.10.2009
Monster sehen nicht aus wie Monster.

Todd Browning: 'Freaks', USA, 1932 – ein humanistischer Horrorfilm, der einen unheimlichen Blick zurück eröffnet: in die Zeit, als man behinderte Menschen wie Zootiere in Site Shows präsentierte. Die Darsteller der 'Freaks' (von 'freak of nature': 'Laune der Natur' – der im 19. Jahrhundert gängigen Bezeichnung für Kleinwüchsige und Menschen mit Fehlbildungen) sind keine professionellen Schauspieler, sondern Laiendarsteller mit echten Fehlbildungen.
'Lords of Chaos' – 16.10.2009
Die besten Geschichten schreibt (in Kooperation mit den Medien) das Leben.
Michael Moynihan, Didrik Söderlind: 'Lords of Chaos. The Bloody Rise of the Satanic Metal Underground, Federal House, 2003, ISBN 978-0922915941
Deutsche Ausgabe:
Michael
Moynihan, Didrik Söderlind: 'Lords of Chaos. Satanischer Metal: Der blutige
Aufstieg aus dem Untergrund', Zeltingen (Index/Promedia), 2008, ISBN 3-936878-00-5
Appell: Bücher lieber im Einzelhandel kaufen. Nicht vorrätige Bücher werden
bis zum nächsten Tag besorgt und manchmal sogar persönlich vorbeigebracht.
Keine Zeit verlieren, Portokosten sparen, den lokalen Buchhandel unterstützen!
Tim Burton: 'Vincent' – 15.10.2009
Tim Burton
Vincent
(Tranksript des Gedichtes
aus dem gleichnamigen Flm)
Vincent Malloy
is seven years old
He’s always polite and does what he’s told
For a boy his age, he’s considerate and nice
But he wants to be just like Vincent Price
He doesn’t
mind living with his sister, dog and cats
Though he’d rather share a home with spiders and bats
There he could reflect on the horrors he’s invented
And wander dark hallways, alone and tormented
Vincent is nice
when his aunt comes to see him
But imagines dipping her in wax for his wax museum
He likes to experiment
on his dog Abercrombie
In the hopes of creating a horrible zombie
So he and his horrible zombie dog
Could go searching for victims in the London fog
His thoughts,
though, aren’t only of ghoulish crimes
He likes to paint and read to pass some of the times
While other kids read books like Go, Jane, Go!
Vincent’s favourite author is Edgar Allen Poe
One night, while
reading a gruesome tale
He read a passage that made him turn pale
Such horrible
news he could not survive
For his beautiful wife had been buried alive!
He dug out her grave to make sure she was dead
Unaware that her grave was his mother’s flower bed
His mother sent
Vincent off to his room
He knew he’d been banished to the tower of doom
Where he was sentenced to spend the rest of his life
Alone with the portrait of his beautiful wife
While alone and
insane encased in his tomb
Vincent’s mother burst suddenly into the room
She said: “If you want to, you can go out and play
It’s sunny outside, and a beautiful day”
Vincent tried
to talk, but he just couldn’t speak
The years of isolation had made him quite weak
So he took out some paper and scrawled with a pen:
“I am possessed by this house, and can never leave it again”
His mother said: “You’re not possessed, and you’re
not almost dead
These games that you play are all in your head
You’re not Vincent Price, you’re Vincent Malloy
You’re not tormented or insane, you’re just a young
boy
You’re seven years old and you are my son
I want you to get outside and have some real fun.
”Her anger
now spent, she walked out through the hall
And while Vincent backed slowly against the wall
The room started to swell, to shiver and creak
His horrid insanity had reached its peak
He saw Abercrombie,
his zombie slave
And heard his wife call from beyond the grave
She spoke from her coffin and made ghoulish demands
While, through cracking walls, reached skeleton hands
Every horror
in his life that had crept through his dreams
Swept his mad laughter to terrified screams!
To escape the madness, he reached for the door
But fell limp and lifeless down on the floor
His voice was
soft and very slow
As he quoted The Raven from Edgar Allen Poe:
“and
my soul from out that shadow
that lies floating on the floor
shall be lifted?
Nevermore…”
Dass die unheimliche Gemütslage nicht automatisch mit persönlicher Todessehnsucht einhergeht, sondern viel mit ästhetischem Vergnügen zu tun hat, bezeugt Vincents (Burtons) Verehrung für Vincent Price, der auch den Erzähler in 'Vincent' spricht. Tim Burton als Regisseur und Vincent Price bzw. als dessen legitimer Nachfolger Johnny Depp sind die Galionsfiguren eines ausgelassen-ironischen Umgangs mit dem Unheimlichen (... dem Tod) – eine Tradition, die 1787 mit William Beckfords Roman 'Vathek' begonnen hat.

The one and only Vincent Price
Snuff-Architektur – 14.10.2009
Eine
sehr eigenwillige Interpretation des von Horace Walpole favorisierten
eigenen "little Gothic castle" stellte H. H. Holmes von ihm selbst
geplantes und erbautes Hotel in Chicago dar. Im 'Castle', wie das
riesige Gebäude bald im Volksmund genannt wurde, nahm man die für
Spukschlösser obligatorische Leiche im Keller wörtlich ... und das auch
noch im Plural.

'The Castle' (steht dieses Gebäude nicht
in der Berliner Friedrichstraße?)

Der Arzt ihres Vertrauens – Dr. Holmes
no more than the poet can help the inspiration to sing."
(H. H. Holmes)
Das
Castle war das Traumhaus eines jeden Serienkillers: mehr als hundert
verborgene Räume, alle fensterlos und schalldicht, ins Nichts führende
Geheimgänge, ein Folterkeller mit Säurebad und Gaskammer –
integriertes Arbeiten und Wohnen für höchste psychopathische Ansprüche!
Konventioneller
veranlagte Menschen mag beruhigen, dass Holmes Traum(a)hotel 1895 von
einem anonymen Täter gothic-logisch korrekt in Schutt und Asche gelegt
wurde. Dr. Holmes saß zu diesem Zeitpunkt bereits im Gefängnis, das er
nur noch verlassen sollte, um 1896 gehängt und auf eigenen Wunsch dick
einbetoniert in den Sarg gelegt zu werden.
TV-Dokumentation über H. H. Holmes
Film – Picnic at Hanging Rock – 13.10.2009

Der 'echte' Hanging Rock in Victoria, Australien,
(c) iStockphoto, Foto: Tamara Bauer
"What we see, and what we seem, are but a dream, a dream within a dream."
Peter Weirs Film 'Picnic at Hanging Rock' von 1975, deutsch: 'Picknick am Valentinstag', war die erste australische Produktion, die zu einem internationalen Erfolg wurde. Die Verfilmung von Joan Lindseys gleichnamigem Roman stellte die Kritiker vor arge Probleme der Genre-Zuordnung, denn für einen Horrorfilm schien ihnen das Ganze doch “zu sonnenbeschienen”.
Die Handlung ist rasch erzählt: Am Valentinstag 1900 verschwinden bei einem Ausflug auf dem Hanging Rock – siehe Abbildung oben – drei Internatsschülerinnen und ihre Lehrerin. Eines der Mädchen taucht wieder auf, kann sich aber an nichts erinnern. Durch die mysteriösen Ereignisse beunruhigt, nehmen zahlreiche Eltern ihre Töchter von der Schule. Die Schulleiterin beginnt zu trinken und schickt ein Mädchen, dessen Schulgeld nicht bezahlt worden ist, ins Waisenhaus: Dieses Mädchen begeht Selbstmord. Die Direktorin wird einige Wochen später tot am Fuße des Hanging Rock aufgefunden.
'Picnic at Hanging Rock' ist keine klassische
Filmerzählung, der Film erzählt keine Story, sondern ein Gefühl – er
visualisiert und vertont das Gefühl des Unheimlichen. Zu diesem Zweck bedient
sich Regisseur Peter Weir einer trügerisch-süßlichen Ästhetik vorpubertärer
Unschuldserotik und romantischer Idylle: Bilder à la David Hamilton
und die in den 70er-Jahren notorische Panflötenmusik von Gheorghe
Zamfir, also ästhetisch Gewohnt-Gewöhnliches, in das er das Unheimliche
wirkungsmächtig
einbrechen lässt.
Ausschnitt aus 'Picnic at Hanging Rock'
'Picnic at Hanging Rock' ist eines der seltenen Beispiele eines
'reinen' unheimlichen Films, der ganz ohne
Horrorelemente auskommt.
Morbidsound – 12.10.2009
1761 von Benjamin
Franklin erfunden, machte die Glasharmonika (aka ‚Armonica’ oder
‚Glassy-Chord’), ein Reibe-Idiophon aus verschieden großen,
ineinandergeschobenen
Glasglocken,
die auf einer gemeinsamen waagerechten Achse lagern und durch ein Pedal
zum
Rotieren gebracht werden, in den USA und Europa Furore – ihr jenseitig-sphärischer
Klang bildete den
perfekten Soundtrack für die empfindsame Epoche.

Benjamin Franklin an seinem Emotionsblitzableiter;
Foto: Deutsches Museum
„Der ewig heulende, klagende Gräberton –
machen das Instrument zu einer schwarzen Tinte,
zu einem grossen Gemählde, wo
in jeder Gruppe sich die Wehmut über einen entschlafenen
Freund beugt“, schwärmt ein Zeitgenosse.
Viele
berühmte Komponisten begeisterten sich seinerzeit für das esoterische
Instrument, Mozart schrieb gleich mehrere Stücke für die Glasharmonika. Prominente Harmonikaspieler waren unter
anderem die blinde Pianistin Marianne Kirchgeßner und der Begründer der Lehre
vom animalischen Magnetismus: Franz Anton Mesmer, der das
Instrument bisweilen auch therapeutisch – zur Patientenentspannung – einsetzte.
Das morbide Image der Glasharmonika speiste sich nicht zuletzt aus der Legende, dass ihr Klang Nerven zerrüttend, ja Tod bringend sei.
Neugierig geworden?
Sound für Lebensmüde und Todesmutige
Schauermode – 11.10.2009
Eine Gänsehaut (lat.: cutis anserina)
entsteht, wenn sich vor Angst, Erregung
oder Kälte die Körperhaare
aufrichten und dabei kleine Erhebungen der Hautoberfläche bilden,
– dies wird
hervorgerufen durch eine vom vegetativen Nervensystem gesteuerte Kontraktion
des Haarbalgmuskels (lat. Musculus erector pili).
Ein klassischer Auslöser für Gänsehaut ist
die Berührung eines Spinnennetzes.
Diesen haptisch-unheimlichen Thrill kann man sich
demnächst direkt auf den Leib
ist es 2009 gelungen, einen Stoff aus echten Spinnfäden zu weben. Mit künstlichen
Spinnfäden wird ja bereits seit einigen Jahren erfolgreich experimentiert.
Die Goldene Radnetzspinne wird also zur Seidenraupe der Goth-Couture avancieren
und das Unheimliche als Lebensstil um eine Facette reicher machen.

Spinne im eigenen Netz, (c) istockphoto, Foto: Dan Brandenburg
Handgewebter Stoff aus dem Faden der Goldenen Radnetzspinne
(Dank für den Link an Moritz Reichelt)
also bei (gut) rasierten, gelaserten und epilierten Personen nicht gefühlsecht!
Ghost Model – 10.10.2009
Am 28. Juni 2009, wenige Tage vor ihrem 21. Geburtstag,
stürzte sich das in den Medien aufgrund seiner langen Haare
und märchenhaften Schönheit 'russisches Rapunzel' genannte,
aus Kasachstan stammende Topmodel Ruslana Korshunova
aus ihrem Appartment in einem New Yorker Wolkenkratzer
(Turm) in die Tiefe. Sie war sofort tot.
Model/Ghost, (c) istockphoto,
Foto: Diane Diederich
Zuvor
hatte Ruslana, die sich in letzter Zeit besorgt über ihr nahendes
Verfallsdatum als 'frisches Mädchen' gezeigt haben soll, gemeinsam mit
ihrem Ex-Freund Artem (Prinz?) den Film 'Ghost … Nachricht von Sam'
angesehen, eine um Liebe über das Grab hinaus kreisende
Hollywoodschmonzette mit Patrick Swayze und Demi Moore.
'Ghost' (1990) – Achtung: Explicit Kitsch!
Swayze verstarb übrigens kurz nach Korshunova am 14. September 2009, Moore hingegen – die Galionsfigur der unheimlichen Spezies der 'ewig frischen Mädchen' – spukt weiter über die Cover der Fashion- und People-Magazine.
Freud irrt sich, wenn er glaubt, dass Märchen nicht unheimlich sein können.
Traumazauberbaum – 9.10.2009
Ein Filmtipp für Kinder, die für jetzt und alle Zeit nachts
einpullern und im Elternbett schlafen wollen:

(c) istockphoto, Foto: Spencer Hopkins
"What is your name?"
"Satan."
Unheimliche Medienerzählungen – 8.10.2009
Hauptproduzenten unheimlicher Vorstellungen und Gefühle sind Anfang des 21. Jahrhunderts nicht mehr künstlerische Darstellungen, (Literatur, Film, Video, Fotografie, bildende Kunst, Musik, Computerspiele ...), sondern die Medienerzählungen des Unheimlichen: Aktuelle Beispiele aus der westlichen Welt erzählen von verkappten Islamisten, ungeahndeten Kinderschändern, ungeahnten Kindermörderinnen, reproduktivem Klonen, bakterienverseuchtem Fleisch und pestizidbelastetem Gemüse, Gen verändernden Phalaten und globalen Pandemien. In der Vergangenheit waren es unter anderem Stasi-IMs, kommunistische Sleeper, Atomversuche, Störfälle in Atomkraftwerken und Entführungen – wahlweise von Terroristen oder Außerirdischen.

Weil das Unheimliche keine Objekten anhaftende Eigenschaft ist, sondern erst in der Vorstellung des Betrachters entsteht, verändern diese den Medienerzählungen entsteigenden neuen Gespenster auch die Realität der Menschen: Ein Schaf hört auf Unschulds- und Reinheitssymbol zu sein und wird in der mediengestützten unheimlichen Vorstellung geklontes Fleisch (Dolly), ein im Garten landender Schwan wird, solange die Erzählung von der Vogelgrippe »in den Medien ist« – mehr Sein ist heute nicht denkbar -, nicht mehr als kostbares Zeichen intakter Natur gesehen, sondern erscheint als virenverseuchter Todesbote. Medienerzählungen sind als Erzeuger unheimlicher Vorstellungen, ungeachtet ihres jeweiligen Wahrheits- und Informationsgehaltes, an die Stelle des Volks- und Aberglaubens getreten. Sie entfalten eine geradezu animistische Wirksamkeit, deren Halbwertzeit an ihre mediale Virulenz gebunden ist. Solange eine mediale Erzählung des Unheimlichen auf Sendung/on air/online ist – die modernen Formen von »in der Luft liegen« - wirkt, also ist die in ihr vermittelte Vorstellung unheimlich.
Gothic Gardening – 7.10.2009
Da unseres Erachtens Gothic die neue Gemütlichkeit repräsentiert,
verwundert es nicht, dass die Schwarze Szene nun auch den Top-Trend
'Kleingärtnern' für sich entdeckt hat: Komplettsets mit unheilvollen
Sämereien und Zwiebeln, nicht Je-länger-, sondern Je-letaler-je-lieber –
ein stimmungsvolles Hobby für die Goth-Frau ab 35.
Aus der Beschreibung:
"Create your very own Gothic Garden when you sprout gothic plants
from graves. They start sprouting in five days. Water only once
every two months, and the plants last for years with minimal care.
Grow your own Graveyard Gothic Garden with plants of witches,
the undead and unholy. The Gothic Garden celebrates plants that are
strange,ugly and sharp. You simply plant the seeds in the plots you
have created with Blood Rock and Headstones, water them and step
back to watch your creations flourish. This complete kit celebrating
the macabre contains everything you need to create your own
authentic Graveyard Gothic Garden including: five color seeds
packs, Tombstone Plant stakes, Book Rock, assorted skulls
and spiders and graveyard unnerving decals."
Mini Graveyard Gothic Garden Kit

Gothisch-biologisch Gärtnern
(c) iStockphoto, Foto:Trista Weibell
Un-Begriff – 6.10.2009
Gothic - Horror = das Unheimliche
Gothic Wiesn – 5.10.2009





